| Gelegentlich brachte die
Hausfrau auch eine Ration tote weiße Labormäuse mit, die ohnehin
entsorgt werden sollten. Das alles war vielleicht nicht ganz natürlich,
beugte aber der natürlichen Auslese vor, denn alle vier übrig
gebliebenen jungen Turmfalken wurden flügge. Sie flogen aus und saßen rundum auf den Eichen und bettelten um Futter. Da im Augenblick draußen nichts zu finden war, flogen die Eltern in den Kasten, schnappten ein Küken und flogen hinaus um in den Bäumen die Jungen zu füttern. Das hat mit Artenschutz wenig zu tun, aber es ist Tierschutz, wenn man sich verantwortlich fühlt für die eingeladenen Gäste aus der Vogelwelt. Turmfalken sind zwar unsere häufigsten Falken, aber aus ganz Europa wird ein schleichender Rückgang gemeldet. Ganz sicher ist das eine Folge der Intensivlandwirtschaft, aber auch eine Folge von mehreren kalten Wintern, denn aus Nordeuropa kommen im Winter weitere Turmfalken aus ihren Brutgebieten zu uns, die hier überwintern. In der Wahl von Nistplätzen sind sie sehr flexibel Sie wählen Nischen in Gebäuden, Kirchtürme, Nistkästen und draußen im Wald alte Krähen- und Elsternester. Schon Ende März beginnt das Weibchen zu legen. Das sind dann 3 – 5 schmutzigweiße rotbraun gefleckte Eier. Die Brut beginnt mit dem letzten Ei und dauert 27-32 Tage. Eigenartig ist, dass Höhlenbrüter länger brüten als Baumbrüter, bei denen es schneller geht. Auch eine hohe Feldmausdichte beschleunigt die Brut. Die Nestlingsdauer liegt zwischen 27 und 38 Tagen. |
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Welchen
Anteil Käfer und Heuschrecken, Libellen, etc. in der Nahrung haben, ist
unbekannt. Beim Füttern der Jungen fangen sie ausschließlich Mäuse,
bevorzugt Wühlmausarten, einmal ein Mauswiesel. Immer wenn die Falken zum
Nest flogen, kamen sie dicht an meinem Versteck vorbei. Manchmal machten
sie eine Zwischenlandung auf dem Schornstein. Text und Fotos: Wolfgang Alexander Bajohr |