| Als lebendige Abfallverwerter sind sie die Aas-Vertilger. Vor allem in den warmen Regionen der Erde hat schon mancher sie als die Spezialisten für ökologisches Recycling erkannt. Ja selbst die Jäger haben bekundet, dass die beiden Milan-Arten in Ruhe gelassen werden sollten. Immerhin in Zeiten, als man es noch als Hege ansah, auf fast alle übrigen Greifvögel anzulegen, die scharfe Fänge und einen krummen Schnabel hatten. |
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Das Wetter erschwerte die Sache sehr, denn ein Gewitter jagte das nächste und ich stand vor einer Abreise. So habe ich trotz Regen und Gegenlicht in die finstere Baumkrone hineinfotografiert mit einem 4/600 mm Objektiv, dem 1,4 Konverter und auch mit 2,0 Konverter. Denn irgendwie wollte ich doch festhalten, was Werner Borok hier Einmaliges entdeckt hatte. Die beiden Jungen waren manchmal ganz verdeckt, aber sie saßen auch nebeneinander Kopf an Kopf im Horst. In der Woche danach sind sie dann auch ausgeflogen. Ein Jahr später werden sie hoffentlich aus dem Süden lebend zurückkehren, und vielleicht gibt es dann drei Jahre später nach ihrer Geschlechtsreife noch einen zweiten Horst Schwarzmilane im 5-Seen-Land? Der Ruf der Schwarzmilane ist unverwechselbar ein wieherndes Trillern, das klingt wie „hiewhuhühuhühuhühuhühuhü“. Auf den Ruf des zum Horst zurückgekehrten Vogels antwortet der Partner mit dem gleichen Ruf, der sich bis zum Duettgesang steigern kann. Als Zugvögel fliegen sie südwärts nach Afrika, aber Mitte bis Ende März werden sie zurück kehren. Sie beginnen dann mit einer auffälligen Balz. Meist legen sie danach nur 2 Eier, selten 3, weiß bis leicht grünlich gefärbt. Die bebrütet vorzugsweise das Weibchen 28-32 Tage, eine Brutdauer, die auch anderen Greifvögeln gleichkommt. Doch die Nestlingszeit ist auffällig länger mit 42-45 Tagen. Bei ungestörtem Verlauf kann sie auch 50-52 Tage betragen. Das hängst natürlich auch sehr vom Nahrungsangebot ab. Dabei überwiegen aufgesammelte tote oder kranke Fische. Aber sie nehmen auch anderes Aas. Ich habe ihnen einen totgefahrenen Jungfuchs mitgebracht und an auffallender Stelle nahe beim Horst ausgelegt. Den haben sie relativ lange liegen lassen, aber dann sah ich beim Horsteinblick, dass ihn die Jungmilane kröpften. Nach russischen Untersuchungen entfallen auf Säugetiere 40 % der Nahrung, davon sind drei Viertel Wühlmäuse. Für den Bestand von jagdbaren interessanten Tieren ist die Anwesenheit eines Schwarzmilans völlig bedeutungslos. Ihrem Segeln zuzuschauen aber gehört zu den schönsten Beobachtungen, die auch ein Jäger bei einem oft so langweiligen Ansitz machen kann. Text und Fotos: Wolfgang Alexander Bajohr |