Bäume: Die Eichen-Allee von Seefeld-Wessling
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Graf Anton Clemens zu Toerring-Seefeld hat im Jahr 1770 die 765 Eichen setzen lassen. Damit war die einzige Allee in Bayern entstanden. Ein bemerkenswertes Biotop und Naturdenkmal! |
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technischen Standard neuer Strassen. So gibt es in Brandenburg 8.200 km Alleen. Davon stehen an Bundes- und Landstrassen 2.500 km und runde 5.000 km an Kreis- und Kommunalstrassen. Die Deutsche Alleenstrasse von Rügen bis zum Bodensee hat eine Gesamtlänge von 2.500 km. Etliche dieser Alleen entstanden nach den älteren Vorbildern noch im 18.Jahrhundert, also in der gleichen Zeit wie die private Toerringallee in Bayern. Doch hier ist diese Eichenallee von Seefeld nach Gut Delling bei Wessling mit 4,7 km Länge in Bayern die einzige ihrer Art geblieben. Weitsichtig geplant mit 15 m Breite, ist sie auch der heutigen Zeit noch gewachsen. In der Hauptallee sind es 556 Stieleichen und zusammen mit den kleinen Seitenalleen bei Delling insgesamt 765 Bäume. Die wahre Pracht dieser Allee hat ihr Schöpfer Graf Toerring wohl vorausgesehen, aber nicht mehr erlebt. Doch ist anzunehmen, dass gleich mehrjährige Bäume gepflanzt wurden und nicht einzelne Eicheln in den Boden gesteckt wurden. Denn nur die mehrjährigen Heister waren den Rehen und Hirschen schon aus dem Äser hinausgewachsen. Gemessen an den 19.000 km Strassen und Wegen, die von Bäumen in ganz Deutschland gesäumt sind, nimmt sich die kurze Strecke zwischen Seefeld und dem einstigen Vorwerk-Gut Delling bescheiden aus. Doch ist diese Allee im Einzugsbereich von München ein bemerkenswertes Naturdenkmal, Nistplatz, Rastplatz und Nahrungsspender für viele Tiere. |
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einzigen Asphaltband heute
die Regel ist, wenn die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit durch die Alleen
brausen, ohne ihre Schönheit recht wahrzunehmen. |
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bedrohlich scheinende
herausgenommen. Man versäumte aber anschließend Balsam auf die Wunden der
Bäume zu streichen. So haben denn Pilze und die Larven der großen Käfer, wie
auch jene des Hirschkäfers zu nagen begonnen und viele der mächtig
gewordenen Eichen wurden hohl gefressen und waren mit Mull gefüllt anstatt
mit Kernholz. Eine Daueraufgabe für Baum-Restauratoren und Baum-Doktoren ist
daraus geworden. Die haben schließlich den Mull herausgekratzt. Das wiederum
ist trotz Stahlbändern auf Kosten der Stabilität gegangen. Denn bei jedem
größeren Sturm brechen trotz Verkehrssicherung Äste, ja es brechen ganze
Stämme von oben bis zur Wurzel auseinander. Es stimmt traurig, die
mächtigen Stämme dahinsiechen zu sehen. Aber auch dieses Denkmal, diese
wunderschöne Eichenallee ist vergänglich. Um sie lebendig zu erhalten, werden
immer wieder starke junge Ersatzbäume dazwischen gepflanzt. Für unser
Straßenbauamt eine Daueraufgabe, die kostspielig ist, aber die Allee am
Leben bleiben lässt. |
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An der Küste in Schleswig-Holstein hat der König den Bauern die Hecken am Feldrand befohlen, die sie auf den Aushub der Gräben setzen mussten, und so ist daraus die so genannte Wallheck geworden. Um die gleiche Zeit, vor 250 Jahren etwa, hat in Hessen eine königliche Verordnung das Roden von Hecken unter schwere Strafe gestellt. Wie sieht es nun mit dem Naturerbe Bayerische Kulturlandschaft aus? Will man die Bodenfruchtbarkeit für kommende Gene-rationen bewahren, die Reinheit des Wassers sichern und auch die einstige |
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Artenvielfalt von Pflanzen
und Tieren in der Kulturlandschaft flächendeckend erhalten, kommt man um
Windschutz nicht herum, also auch nicht um Hecke und Baumallee. Auf den
Flächen der Straßenverwaltung könnten im ganzen Land weitere Baumalleen
entstehen. Da braucht man nicht einmal mehr die ehedem leibeigenen Bauern zu
malträtieren. |
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Alleen sind unersetzbarer Lebensraum und die grünen Adern jeder Landschaft. Der Gedanke noch mehr Alleen zu pflanzen, die Idee von Graf Clemens Anton von Toerring-Seefeld lohnt weitergetragen zu werden, als Kulturerbe. Platz gibt es genug und finanzieren könnte man es aus der Mineralölsteuer, wo Geld genug vorhanden ist. Alleen sind Landschaftsbrücken der Natur in unserer durch Strassen viel zu stark vernetzte Landschaft. Wolfgang Alexander Bajohr |