Vögel im Wald

Der Schwarzspecht trommelt den Frühling ein
Gestern noch fuhr der Sturm durch die Äste, packte mit Urgewalt selbst mächtige alte Randfichten und drehte sie einfach ab. Schneegestöber peitscht durch die kahlen Kronen im Laubwald und schleift in langen weißen Fahnen Schleppen über die Lichtungen. Im Kiefern- und Fichtenwald wirbelt er Nadeln durch die Luft, fährt in braunes krispelndes Dürrlaub und treibt alles vermengt mit Flechten und Moosen, grünen Zweigspitzen und Zapfen vor sich her. Geisterhaften Schemen gleich stehen die Bäume graugrün im tobenden Gestöber, das wie Dunst (mehr)

 

Der Grauspecht macht sich unsichtbar
Noch ist es halb Nacht. Nebel hängt zwischen den mächtigen Stämmen der uralten Eichen und dicken bemoosten Buchen. Mancher dieser alten Bäume steht schon am Ende seines Lebens oder modert stehend vor sich hin bis ihn der Sturm auf den Waldboden wirft. Mächtige Äste bricht zuweilen der Sturm ab, und an den Bruchstellen helfen die Pilze dabei Höhlen herauszumodern. In denen siedeln sich bald Waldkauz und Waldohreule oder auch die Hohltaube an. Wir lieben diesen wilden uralten Wald. Man nennt ihn das Seeholz, denn er liegt am Ufer des Ammersees. Für uns ist er in jedem Frühling ein gutes Stück Naturerlebnis. Wenn der Lenz einzieht, noch ehe die Blätter die Knospen sprengen, ist es (mehr)

Der Grünspecht macht sich im Süden rar
Um seine hellen Augen trägt er eine kohlschwarze Maske, wie man sie gerne bei Banditen darstellt. Über den ganzen Kopf bis zum Nacken schmückt ihn eine feuerroter Federhelm, der sich auch sträuben lässt. Den Helm tragen beide Geschlechter, nur das Männchen hat in der gleichen roten Farbe noch einen Backenstrich. Rücken und Flügeldecken leuchten grün wie frisch im Frühling ausgeschlagene Blätter und an der Vorderkante der Flügel (mehr)

Der Buntspecht
Nicht das leise Schellen der Schneeglöckchen ist es, was den Frühling weckt, auch nicht der Kröten heller Glockenruf oder das kräftige Läuten der Kohlmeisen. Nicht das Schmettern der Buchfinken oder das melodische Flötenlied der Amsel. Nein, die Trommler sind es, die im Vorfrühling des Waldes den Ton angeben. Schon im Januar schlagen sie an sonnigen Tagen einen wüsten Krach, damit der Frühling werde wach. Ohne ihr Klopfen und Hacken, ohne die erst leise und zaghaft beginnenden, dann immer heftiger anschwellenden Trommelwirbel, wäre ein Frühlingswald um vieles ärmer. Ganz glücklich bin ich, wenn der Trommler wieder den Ton angibt, denn dann wacht der Lenz auf. Er weckt das Meisenvolk auf und mahnt es zu singen. Er weckt die Hasel, Erlen, Weißbuchen und Birken, ihre Kätzchentroddeln (mehr)

Mittelspechte vom Seeholz am Ammersee
Im Eichen- und Hainbuchen-Naturwald, wo es viel Totholz gibt, ist der seltene Specht auch heute noch anzutreffen. Außerdem in meinem naturnahen Garten. Um seiner urigen großartigen Eichen willen ist dieser  traumhaft schöne Wald Seeholz (am Ammersee bei Rieden) ein Natur-schutzgebiet geworden. Doch es gibt nicht minder alte urige Bäume anderer Hartholzarten hier: Einzelne mächtige Rotbuchen und schlanke Eschen auf feuchten Grund. Oder knorrig gedrehte Stämme (mehr)

Im Seeholz ist der Kleinspecht Brutvogel
Unsere Sehnsucht nach Wildnis sucht im Wald, oftmals leider vergebens, seine Ursprünglichkeit. Sie ist in den Wirtschaftswäldern untergegangen, weil sie wegrationalisiert wurde. Wir finden sie aber keineswegs immer nur in endlosen Urwäldern. Es gibt auch inmitten von Holzackerbau ursprüngliche Waldreste, den Urwald nebenan oder auch den Dschungel am Rande (mehr)

Der Wendehals - Ein Spechtvogel des Kreuzlinger Forstes
Seit der politischen Wende in Deutschland ist der Wendehals satirisch sprichwörtlich geworden. So muss ich hier jetzt hinzufügen, dass ich  natürlich den Vogel meine und nicht den „OSSI“. Wenn hier  von einem Wendehals die Rede sein soll, dann von dem Spechtvogel Wendehals, der leider im deutschen Wald ein sehr seltener Vogel geworden ist. Auch im Kreuzlinger Forst  (mehr)

Kolkraben -  die heiligen Vögel

Odin war Gottvater der Germanen. Er hatte zwei heilige Vögel, die nannte er „Hugin“ und „Mugin“. Auf der Suche nach Wissen und Weisheit und stets fragend nach dem Schicksal des Geschlechts der Götter, zog er aus in alle neun Reiche in dieser Welt. Wenn ihn die Frage nach der Zukunft einmal nicht getrieben hat von seinem Göttersitz „Heidskialt“ dann sandte (mehr)

Haubenmeisen - Bei den Heinzelmännchen im Tannenwald
Eigentlich ist die Haubenmeise noch weit mehr als alle anderen Meisen ein ganz typischer Vogel dichter Wälder, aber sie ist auch ein Vogel meines Gartens. Da nur wenige Schritte entfernt eine große Fichtenmonokultur beginnt, muss ich mich nicht wundern, dass sie gelegentlich bei mir erscheint. Aber am Futterplatz zeigt sie sich so gut wie nie mit den (mehr)

Schwanzmeisen im Auwald
Schwanzmeisen sind unheimlich zutraulich. Im Auwald entlang der Flüsse Ammer und Amper, Isar, Lech und Würm sind sie am leichtesten zu beobachten. Häufig sind sie zwar nirgends, aber einmal entdeckt, sind sie nicht zu übersehen. Ihre Überlebensstrategie ist eine Art Ehe als (mehr)

Der Kleiber ist Vogel des Jahres 2006
Mancher Vogelfreund ist verwundert, wenn ein häufiger Allerweltsvogel plötzlich in der Liste „Vogel des Jahres“ auftaucht. Damit hat es aber auch dieses Mal eine besondere Bewandtnis. Der Kleiber wird zum Platzhalter für eine Reihe ganz besonderer Vogelarten, deren Lebensraum gefährdet ist, wie der ganze Wald nebenan. Dem Kleiber hat schon Hermann (mehr)

Rotkehlchen, Vogel des Jahres 1992
Von allen Tieren dieser Welt lieben die Menschen in Deutschland das Rotkehlchen am allermeisten. Auf der Hitliste der beliebtesten Tiere belegt es einsam Platz 1. Es steht also noch vor Hund, Katze und Pferd. Die Wildbiologische Gesellschaft hat das erforscht. Deutschlands Vogelschützer haben daraus gelernt, und so haben der Landesbund für Vogelschutz (mehr)

Bergfinken, einst gehörten sie zu den Pest- und Sterbevögeln
In manchen Ländern hat man die Bergfinken Böhmer genannt, wohl weil sie über die Böhmische Grenze nach hier kamen. Wieder andere nannten sie nach ihrer Stimme „Quäker. An meinem Vogelhaus sind einzelne in jedem Winter, und oft bleiben sie bis ins Frühjahr hier. Von einer großen Invasion erfahren wir am
ehesten aus dem Radiolautsprecher, wenn die Autofahrer ermahnt (mehr)

Im Auwald bei Dießen singt die Nachtigall
Manche Nachtigall singt wirklich die ganze lange Nacht - und den ganzen Tag über singt sie auch noch. Da habe ich mich oft gefragt, wann der Vogel eigentlich schläft. Die Mehrzahl der Nachtigallen singt aber am Tag, am frühen Morgen und späten Abend. Es ist wahrhaftig (mehr)

Fichtenkreuzschnäbel brüten im Winter
Für manchen Waldfreund ist die Fichte heute ein Schreckge-spenst geworden, und doch ziert sie Weih-nachten viele Stuben. Wenn heute von Fichten die Rede ist, denken die einen verächtlich an „Holzacker-bau“, und doch ist sie noch immer der Brotbaum der Forstwirtschaft. Dieser (mehr)

Kuckuck ruft`s aus dem Wald
Als erste hatten die Kolkraben den Frühling angekündigt. Es lag noch tiefer Schnee in den Wäldern, als sie verliebt ihr Kehlgefieder gesträubt, geschnalzt und gequorrt haben. Dann hat die Sonne Wärme bündelweise zur Erde geschickt. Den bunten Blüten folgte bald eine Schar (mehr)

Der Balz-Zauber der großen Auerhähne ist vorbei
In den Dreißiger Jahren verschwanden die Auerhähne im 5seenland endgültig. Sie waren ein Opfer der modernen Forstwirtschaft, denn nicht die Jäger haben ihn im 5seenland ausgerottet. Bis Ende der 60er und 70er Jahre sind bei Wessobrunn und am Peißenberg vom Hochgebirge (mehr)

Zwergschnepfen
Jahr für Jahr werden in Bayern um die 50 Waldschnepfen totgeschossen. Das wirbelt immer einigen Staub auf, weil keiner genau weiß warum das so ist. Mit Naturerlebnis hat das nichts zu tun, denn die Vögel fallen nur nebenbei während der herbstlichen Stöberjagden an. Gegenüber der Barbarei, die eigentlich keine Jagd ist, geht es der Zwergschnepfe deutlich besser. (mehr)

Das Haselhuhn, ein heimlicher Gebüschbewohner
Das Haselhuhn ist nach dem Haselstrauch benannt, den es früher an vielen Waldrändern und in Feldgehölzen zur Nahrungsaufnahme nutzen konnte. Dieser etwa Rebhuhn-große Hühnervogel wurde in z. T. großer Stückzahl erlegt, denn er galt als begehrtes Wildbret in Fürstenhäusern und Klöstern, was auch den wissenschaftlichen Namen prägte: Bonasa bonasia heißt (mehr)