Starnberger See/ Maisinger See: Schwarzhalstaucher - ein
bunter Brutvogel am kleinen Waldsee
Text und Foto Wolfgang Alexander Bajohr
| Der Vogel ist eine
Kleinigkeit größer als der Zwergtaucher und selbst im Winterkleid
deutlich zu unterscheiden, weil seine Stirn steiler ist und durch die
Federohren betont wird. In
der Lebensweise unterscheiden sich beide Arten deutlich voneinander.
Zwergtaucher brüten einzeln und versteckt im Schilf, aber die
Schwarzhalstaucher offen auf dem Präsentierteller davor und meist in
Kolonien von 5 bis 20 Paaren. Mit seinen goldgelb leuchtenden Federohren
und dem rubinroten Auge, dessen Pupille weiß umrandet wird, ist er nicht
zu verwechseln, selbst nicht im unscheinbaren Winterkleid.
Der Koloniebrüter wanderte
um die Jahrhundertwende zu |
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Ihre Kolonien placieren
die Schwarzhalstaucher gerne in Kolonien von Seeschwalben oder Möwen,
weil diese wachsam sind und mit ihrem Geschrei rechtzeitig warnen. Vor Krähe
und Eichelhäher ist das ein gewisser Schutz. |
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Schwarzhalstaucher sind Zugvögel, und die haben Fressfeinde Aber das Ziel ihrer Reise ist zuweilen der Starnberger See für den Winter, denn er friert nur alle 10 Jahre zu, weil die Wassermenge so gewaltig ist. Darum bleiben nicht nur diese Taucher hier, sondern es kommen auch Haubentaucher, Rothalstaucher und die großen Seetaucher um hier zu überwintern. Notfalls bleiben sie auch auf den großen Flüssen, die ebenfalls im Winter nicht zufrieren. Wird es noch kälter, hilft ihnen auch nicht die Futtertüte der Menschen. Sie müssen dann weiter nach Süden ausweichen. Das sind dann die großen Seen in Oberitalien und schließlich ist es das Mittelmeer. Wenn sie zurück kommen in ihr Brutgebiet, dann ist ihr Ziel erst einmal der Starnberger See. In das eigentliche Brutgebiet wechseln sie erst später über. Das sind dann häufig die kleinen Waldseen wie der Maisinger See oder der Zellsee. Ihr Feind ist zuweilen auch der Mensch, aber es sind weder die Jäger noch die Fischer. Durch Verfolgung sind sie nicht bedroht. Aber zu große Unruhe am Brutplatz, der ja vor dem Schilfwald liegt, also vor der Deckung, der Bade- und Bootbetrieb, all das schadet ihnen mehr. Aber auch die Wirtschaftsweise in der Fischzucht tut ihnen nicht gut, denn sie brauchen das Verlandungsangebot im Flachwasser. Aber auch die Änderung in der Bewirtschaftung kann ihnen schaden, da sie in vielfache Hinsicht auf Insekten angewiesen sind. Es geht dabei wohl auch um die Larven jener Insekten, die der Fischer nicht haben will, wie Libellen- und Gelbrandkäferlarven. Auch große Egel können den Jungen gefährlich werden, aber auch die Rohrweihe. Nützlich für sie ist es
allemal einen ausreichend großen Streifen im Wasser vor dem Schilfwald für
sie frei zu halten. Noch nützlicher ist es alte Fischteichanlagen
aufzukaufen und stillzulegen. Zeitweise waren die Schwarzhalstaucher hier
im Süden von Bayern häufiger als sie es heute noch sind. Das kann natürliche Gründe haben, aber auch die eben erwähnten
Ursachen lassen sich
nicht ausschließen. |