Im Jahreslauf: Der Haussperling - Einst hat er die ganze Welt erobert
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Schauen wir genau hin, dann ist er recht bunt. Den braunen Kopf ziert ein schwarzer Zügelstrich über die Augen, grau und weiß abgesetzt ist die Stirn, der Rücken braun mit abgesetzten Federrändern, schwarzen, weiß markierten Bändern und die dunkelweiße Brust ist an der Kehle und Vorderbrust schwarz gesprenkelt. Nur seine Braut ist etwas unscheinbarer, ebenso die Kinderschar, die noch kein Alterskleid trägt. Der Haussperling ist also recht bunt. Als Singvogel liebt er den geselligen Umgang mit Seinesgleichen, und wenn alle Spatzen eines Dorfes an ihrem abendlichen Treffplatz durcheinander schilpen, kann das schon einen Höllenlärm machen. Vater Hausspatz ist liebenswürdig zu seiner Frau und seinen Kindern, die zu den allerniedlichsten Jungvögeln gehören. |
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nicht gut getan hat. Zutraulich wie der Haussperling nun einmal ist, hatten ihn einst die Dorfbuben mit Gummischleuder oder Luftgewehr als willkommene Beute ihrer Jagdleidenschaft entdeckt, und manche Jägerkarriere begann auf dem Dorf bei der passionierten Spatzenjagd. Das spielte damals vielleicht eine kleine Rolle, zumal die Beute auf dem flachen Land oft auch in der Suppe gelandet ist. Heute wäre derlei Jagd ein übler Frevel, denn der Spatz ist selten geworden, und wir wissen nur annähernd genau warum. Es ist unfassbar, der Allerweltsvogel Spatz mahnt uns plötzlich, dass unser Umgang mit der Umwelt doch nicht ganz in Ordnung ist. Wohl nennt auch heute noch jeder 2. Ehemann seine Frau zärtlich „Spatz”, was zuweilen bösartige Spötter zur Bemerkung vom „Dreckspatzen” veranlasst hatte. Doch im zärtlichen Umgang miteinander können wir von dem kleinen Vogel durchaus noch etwas lernen. Von ihm, der seine Spätzin, die ihn balzend mit zuckenden Flügeln anbettelt, füttert und die er dabei freundlich umhüpft, um ihr Gefieder zärtlich zu beknabbern. |
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Hühner schmachten heute in Käfigen. Hackfrucht- und Grünfutteranbau gingen um 23 % zurück, der Ackeranteil mit großen Getreideflächen ist um 8 % größer geworden. Raupen sind daher unerwünscht und werden mit der chemischen Keule liquidiert, lange ehe daraus Schmetterlinge werden. Wir haben keinen Platz mehr für den Spatz, ja nicht einmal mehr an unseren Häusern in Nischen Platz für das Nest. So kommt es, dass sogar ein Allerweltsvogel zu verschwinden droht. Wir denken über neue Gewerbegebiete nach, nicht aber darüber, dass unser Land, wenn wir in dem Tempo weitermachen, in 276 Jahren komplett asphaltiert sein wird. Anstatt über immer weitere Strassen, Gewerbegebiete mit ihren Erschließungen usw. nachzudenken, sollten wir grübeln und unser steinernes Herz entdecken, um wieder mehr Herz für den Haussperling zu haben, eben den Spatzen, wie ihn der Volksmund zärtlich getauft hat. Von dem man sagte, dass er in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dach. |
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Nahrung: Sämereien, Triebe, Knospen, Insekten, die auch im Abfall, auf Misthaufen und in Pferdeäpfeln gesucht werden. Die Jungen werden ausschließlich mit tierischer eiweißreicher Nahrung aufgezogen, also Insekten und Raupen. Das macht ihn im Garten für uns nützlich. Nistplatz: unordentliches Webernest aus Stroh, Heu und Federn, meist in Nischen, Höhlen oder Kästen, nur ausnahmsweise auch frei in Bäumen. Er legt 7 Eier, Brutdauer 11-14 Tage, Nestlingszeit der Jungen bis zum Ausfliegen 14-17 Tage, 2-3 Jahresbruten mit bis zu 7 Eiern, Eier weiß, braun gesprenkelt. Natürlicher Feind: vor allem der Sperber, aber auch alle Marderarten. Hauskatzen fangen Spatzen im Sprung aus der Luft heraus. Heutige Gefährdung durch Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und wachsende Hygiene in den Siedlungen. Wolfgang Alexander Bajohr |