Wald: Auf Urians Fährte, Wildschweine haben sich zurückgemeldet
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Mit dieser Kritik an der bisherigen Bewertung will ich niemand die Freunde und Erinnerung an schöne Jagderlebnisse nehmen. Ich will nur vor einer biologischen Überbewertung warnen. Auch ein Überläufer, eine Bache oder ein Frischling, der im übrigen allemal besser schmeckt, als ein alter zäher Keiler, kann für den Jäger ein großartiges Erlebnis sein. Was ihn an dieses Erlebnis erinnert, und was er sich an die Wand hängt, mag ihm überlassen bleiben. Wer viel Platz hat, hängt sich über den Kamin vielleicht ein Kopf-Präparat als „lachendes Schwein“. Tierfreunde sehen das als makaber an und kontern, indem sie „Jägerköpfe“ (aus Gips) an die Wand hängen. Doch dieser Streit nutzt dem Wild und auch den Bauern nichts. Und einer vernünftigen und damit berechtigten Jagd, die das Übermaß an Zuwachs abschöpft und damit zugleich Schäden verhindert, nutzt es auch nichts. Dabei gehen die Interessen der Jäger und jene der Bauern auseinander, denn unter den Bauern gibt es welche, die interessiert nur eine totale Vernichtung der Wühler. Aber es gibt auch andere, vor allem unter den Waldbesitzern, die haben ihren Spaß am Wildschwein, vor allem daran wenn sich einmal ein Keiler über ein Hausschwein hermacht und es verführt. Wir Jäger aber haben nun die Chance, zu zeigen was waidgerechtes Jagen ist. Das ist keineswegs ein überholter Begriff, sondern waidgerecht jagt derjenige, der dem Wild seine ritterliche Chance lässt und bei seinen Jagen so jagt wie auch die Natur selber jagen würde. Wie Wolf und Luchs oder Bären jagen, das ist waidgerecht, denn hätten wir sie noch, dann gäbe es kein Schwarzwildproblem. Sie werden auch immer nachhaltig jagen, so dass ihnen auch für die Zukunft die Beute sicher ist. Das bedeutet, das mindestens 0,5-3 Sauen auf 100 ha für den Jäger wünschenswert sind. Kirre und Ablenkfütterung durch den Jäger sind eine der Ursachen für das heutige Schwarzwildproblem. Sie sind umstritten, obwohl sie etwas anlocken und die Chance erhöhen etwas zu erwischen. Sie locken zwar auch die Sauen von den Feldern weg in den Wald, aber mehr Nahrung bedeutet auch mehr Schweine, und man erhöht damit den Bestand, also die Menge der Schweine. Der Jäger aber hat den Bauern den Wildschaden zu bezahlen. Sind es Spezialkulturen, wie in Saatzuchtbetrieben, wird es nicht nur teuer, der Schaden ist dann mit Geld nicht mehr zu reparieren. Wichtiger ist aber die Art so zu jagen, wie Wolf, Bär und Luchs jagen. Ein Versuch das nachzumachen ist die Jagdart, die nach dem Lüneburger Modell Geschichte gemacht hat, aber auch die Gefahr birgt den Bestand zu erhöhen. |
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Nach der Schonung aller Mittelalten ergibt sich
bei den 5-8-jährigen eine Abschussquote von immerhin 6%. Die Schwierigkeit
liegt natürlich beim Abschätzen des Alters, dem richtigen Ansprechen. Den
Bauern kommt entgegen, dass ohne jede Schonzeit alles erlegt werden kann,
was unter 40-50 kg ist. Das schmeckt auch uns am allerbesten. 90 % der
Strecke muss in diesem Bereich erlegt werden, um den Bestand nicht anwachsen
zu lassen. Zu verschonen ist aber alles von 50-100 kg. Diese Altersklasse
bekäme also eine Schonzeit von 1.2.-30.8., bzw. eine Jagdzeit vom 1.9.-31.1.
um die Gefahr etwas Falsches zu schießen zu vermindern. Keine Regel ohne Reglement. Dafür fehlt bis jetzt auch eine gesetzliche Grundlage. Man könnte das unter Freunden ähnlich regeln wie die Lüneburger es getan haben. Wer in der falschen Klasse jagt, für den ist pro Kilo ein freiwilliges Sühne- oder Reuegeld von 10 Euro pro Kilo für die Gemeinschaftskasse fällig. Irrtümer sollen nicht kriminalisiert werden, es sei denn dass Unbelehrbare sie zur Dauereinrichtung machen. Sicher hat ein solches System auch seine Schwächen, aber es kann helfen, die Bauern zufrieden zu stellen und die Jäger aus der Rolle der Schädlingsbekämpfer zu erlösen. Es birgt freilich auch die Gefahr, dass man den Bestand weiter erhöht, wenn man sich fürchtet Fehler zu machen. Denn Jagen soll Spaß machen. Klare Sache, dass angefahrene oder anderweitig kranke, abgemagerte Stücke Ausnahmen sind, welche die Regel bestätigen. Trotz freiwilliger Schonzeit und Enthaltung ist das Schwarzwild nur der Selbstverwaltung der Jäger ausgeliefert. Wir brauchen dafür keine neuen Gesetze und behördlichen Reglementierungen, sondern nur die freiwillige Einsicht freier Bürger. Träumt doch jeder Schwarzwildjäger von einem grimmen Bassen, dem wild hauend murrend griesgramenden Schwein. Es wird auch dann immer noch Seltenheitswert haben, aber es kann helfen, nach der Wiederkehr der Sauen diese anspruchsvolle Wildart auch für kommende Generationen zu erhalten und sie nicht erneut auszurotten. Auf keine andere Art wird man in Freier Wildbahn dieses urige Wild erhalten oder mehr reife Keiler erreichen können wie sie der Jäger anstrebt. Eine angemessene Anzahl an Sauen im Wald kann niemand kritisieren. Wildschäden im Feld lassen sich auch nicht völlig vermeiden. In erträglichem Umfang werden sie auch von den meisten Bauern akzeptiert, wenn auch der Jäger den guten Willen erkennen lässt. Wolfgang Alexander Bajohr |