Gartenteich: Wechselkröte
überlebt im
ehemaligen Kraillinger Pioniergelände
von W.A. Bajohr
| Denn viele Lurche stehen vor dem Aussterben oder sind
selten. Zusammen mit ihnen sind auch alle die Arten gefährdet, die von
Froschlurchen leben. Froschlurche
sind alle Frösche, Kröten und Unken. Amphibienwanderungen beschreibt die
Presse. TV und Rundfunk warnen. Manche Straßen werden gesperrt, aber
trotz Krötenzaun sterben viele Tiere unter Reifen im Straßenverkehr. Es
sind meist Erdkröten, die zerquetscht werden, doch die seltenen Arten
erfasst keiner: Auch Wechselkröten wandern durch die Frühlingsnacht.
Bald
wimmelt es im Wasser von Kaulquappen. Sie atmen wie die Fische über
Kiemen. Erst schrumpft der Schwanz, dann wachsen die Beine, und sobald die
Lungen atmen, gehen sie zum Landleben über. Doch alle Krötenarten
buddeln sich tagsüber in die Erde ein. Mein Terrier hat einmal verbissen
im Sand gegraben und dann eine Wechselkröte aus 2 m Tiefe an das
Sonnenlicht geholt. Welcher Segen, dass in der Wifo noch die Heidelerche singt, der Neuntöter brütet, die Ödlandschrecke schnarrt und aus Bunkern Feuchtbiotope wurden. Jene wüsten Flächen sind tief von Panzern zerfurcht, ohne Humus, und in den Fahrspuren staut sich das Wasser. So wird ein Feuchtbiotop daraus, ein Biotop für unsere schönste Kröte, denn die Wechselkröte hat sich die Wifo erobert. Sie ist schlanker als eine Erdkröte. Das Männchen hat nur 8 cm, das Weibchen 10 cm Länge. Wechselkröten sehen immer aus, als seien sie von Künstlerhand erdacht und aus Porzellan gestaltet. Grundfarbe ist ein helles grauweiß. Ihre Rückenfarbe ist zart rosa/bräunlich, mit kräftigem Grün gemustert und von dunkel gesäumten Flächen unterbrochen. Gelegentlich hat sie einen gelblichen Rückenstreifen, an den Seiten aber sind oft rosarote Warzen. Sonst ist sie glatt und wie poliert. Ihre Pupille steht waagerecht im goldgrünen Auge, das nachts besser sieht als tags. Weil sie im Dunklen wandert, kennen die meisten Menschen diese schöne Kröte gar nicht, obwohl sie in der Wifo zu finden ist. Gefährlich werden ihr bei uns oft jene, die nicht nachdenken und Goldfische aussetzen. Da diese die Eier der Wechselkröte fressen, ist das für sie und alle Froschlurche tödlich. Sie laicht als letzte, meist erst im Juni. Dann ist ihr Balzgesang nicht zu überhören. Ihr Ruf ist ein feines helles Trillern. Das beginnt erst leise und steigert sich dann zu einem kollektiven Balzorchester. Es unterscheidet sich vom Trillern der Maulwurfsgrille nur darin, dass der Triller leiser beginnt und dann immer lauter wird. |
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Seit
Menschen die Kulturlandschaft ihren Maschinen angepasst haben, anstatt
umgekehrt, ist die Wechselkröte auf dem Rückzug. Sie ist heute gefährdet,
weil Ödlandgewässer und tiefe Überwinterungsteiche fehlen. Denn
Flachgewässer frieren durch und dann ersticken sie. |