Gartenteich:
Grasfrösche sind früh aktiv,
selbst
im Schnee feiern sie Hochzeit
von Wolfgang Alexander Bajohr
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Den hätte man ganz
gerne noch behalten. Aber ein 10 cm langer Grasfrosch ist für Störche
ein so großer und dicker Happen, dass er einfach nicht darauf verzichten
kann. So ist Adebar abgewandert. Wenn
die noch flach stehende Wintersonne schon die Kraft hat, das Eis zu tauen,
aber das Wasser nur auf 1 bis 4 Grad erwärmt, wenn rundum noch Schnee
liegt und der Nachtfrost eine Eishaut auf die Teiche zaubert, setzt in den
ersten Frühlingsnächten die Froschwanderung ein. Sie drängt sich auf
die kurzen Nächte von 2 Wochen zusammen, so dass die Wanderung schon
vorbei ist, noch ehe alle Krötenzäune stehen. Ihnen genügt oft ein
Graben und eine Pfütze. Gäbe es noch mehr der Kleingewässer, müsste
der Grasfrosch nicht so viele gefährliche Fahrwege passieren. Wo Tümpelecken
tagsüber von der Sonne erwärmt werden, konzentriert sich das
Laichgeschehen. Männchen umklammern die viel größeren Weibchen in der
Taille und ihr Druck beschleunigt wohl das Ablaichen von rund 4000 Eiern.
Die quellen rasch auf zu dicken Klumpen und die steigen hoch. Oben hat
jedes Ei einen dunklen und nach unten einen hellen Pol, der die
Solarwirkung der Sonne zu verbessern scheint. Aber bis die Kaulquappen
schlüpfen, dauert es doch 3-4 Wochen. 2-3 weitere Monaten später wird
ihnen das Schwänzchen schrumpfen und die Beine strecken sich. Wo es noch
reich gesegnete Laichgewässer gibt, verlassen sie das Wasser etwa in
einer Größe von 1,5 cm und in so großer Zahl, dass man früher vom
Froschregen gesprochen hat. 3 Jahre werden sie brauchen, bis sie
geschlechtsreif sind. Gelegentlich
überwintern Grasfrösche in frostsicheren Erdlöchern. Aber meist wandern
sie Ende Oktober/Anfang November ein zweites Mal viele km, um ihre
Winterquartiere aufzusuchen. Sie brauchen Gewässer mit wenigstens 50 cm
Wassertiefe. Gartenteiche sind dafür oft zu flach. Dort werden die Grasfrösche
vom Eis eingeschlossen, und sie ersticken häufig zu Hunderten. Werden die
wenigen guten Überwinterungsteiche zugeschüttet oder durch giftige
Pestizide für Amphibien unbrauchbar gemacht, so kann das große Folgen für
den Froschbesatz einer ganzen Landschaft haben. Auch das gutgemeinte
Einsetzen von Goldfischen ist für sie tödlich, da sie den Laich fressen.
Schon dieser gefährliche Einfluss ist größer, als man bei einem so
"kleinen Eingriff" vermuten würde. |