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Die
Listspinne Dolomedes fimbriatus
ist eine der schönsten
Spinnen der Heimat. Es sind ziemlich große Tiere, denn erwachsene
Weibchen erreichen eine Körperlänge von 20 mm. Auch ihre Färbung ist
auffallend. Wir finden sie an jedem Gewässer, und im Gartenteich wird sie
sich von selber einstellen. Die Tiere sonnen sich gerne und meiden dichten
Bewuchs. Bewegt sich das Wasser leise, läuft die Spinne ein Stück auf
das Wasser hinaus, wobei nur der Bauch und die Fußspitzen das Wasser zu
berühren scheinen. Denn genau genommen berühren sie es gar nicht, denn
die Wassermoleküle werden nur eingedrückt von ihrem Gewicht, aber sie
durchdringt die Oberflächenspannung nicht. Doch der Schatten einer Hand
genügt, dann rutscht sie an einem Pflanzenstängel unter das Wasser. Das
geht blitzschnell. Durch die an ihrem Körper anhaftende Luft glänzt sie
dann wie Silber. Hat sich die Lage beruhigt, schnellt sie mit einer
Luftblase nach oben, und die Spinne ist wieder da, putzmunter und trocken.
An
Erschütterungen der Wasseroberfläche lokalisieren sie ihre Beutetiere,
ins Wasser gefallene Insekten und sogar kleine Fische vermögen sie zu
fangen, also Junge von Moderlieschen und Bitterlingen, den einzigen Arten,
die wir im Gartenteich halten können, denn alle anderen Arten gefährden
die Amphibien und ihre Larven. Diese kleinen Fischarten sind aber zugleich
die bevorzugten Beutetiere der Eisvögel. Wenn unser Teich nahe am Bach
liegt, wo es Eisvögel gibt, können wir sie mit einem Stammbestand dieser
kleinen Fische todsicher anlocken.
Eisvogel
- Acedo atthis
Wenn unser Gartenteich in der Nähe natürlicher Bäche oder in der Nähe
von Altwassern großer Flüsse liegt, ist der Besuch des Eisvogels
vorprogrammiert. Er ist ja wirklich der Herrlichste von allen. Da die natürlichen
Gewässer aber Phasen haben, in denen sie trübe sind, oder
wenn Hochwasser gelb dahinschießt, wenn Eisschollen treiben oder Badebetrieb es
verhindert, dann können wir todsicher damit rechnen, dass der Eisvogel
bei uns vorbeischaut. Wenn wir einen guten Bestand der von ihm bevorzugten
Fischarten Moderlieschen oder
Bitterlinge im Teich haben, dann wird er
sich nicht zweimal bitten lassen. Noch mehr tun können wir, wenn wir
eine Eisvogelwand bauen, eine senkrechte Lehmwand, in die eine Eisvogelhöhle
der Firma Schwegler aus Fertigteilen eingepasst wird, dann können wir
sogar mit ständiger Anwesenheit und Brut rechnen. Ich kenne einige Leute,
die es geschafft haben den Eisvogel anzulocken und fest anzusiedeln. Sie freuen sich das ganze Jahr über an
seiner wundervollen Farbenpracht, denn er ist nicht scheu und setzt
sich zuweilen wenige Meter vor uns auf einen Ast oder eine Baumwurzel.
Wasseramsel
- Cinclus cinclus
Sie liebt das Leben in Gischt und Wellen, und wenn sie am Gartenteich
erscheint, dann muss es zumindest einen künstlichen Bachlauf geben, oder
aber der natürliche Bachlauf muss nahe sein. Doch sucht sie ihr Futter durchaus auch an den Gewässern nebenan. Dabei
hat sie dem Eisvogel voraus, dass sie keine Fische mag, sondern nur
Kerbtiere: Käfer und Köcherfliegenlarven, Libellenlarven,
Eintagsfliegen, Wasserwanzen, kleine Mollusken, Kleinkrebsarten, Würmer
und Kaulquappen, also lauter Dinge, die auch der Gartenteich parat hat. Um
die Beute zu jagen springt sie kopfüber ins Wasser, rudert mit den Flügeln
und läuft auf dem Grund.
Ihr
Nest ist immer ein Kugelnest, wie das des Zaunkönigs, unter Wurzelwerk
oder am Steilufer, aber bei uns hier brütet sie fast ausschließlich in
Nistkästen, die der Vogelschutz
aufhängt. Schon im April schlüpft nach 2 Wochen Brut die Kinderschar aus
4-6 weißen Eiern. Wenn sie füttert oder auf einen Stein sitzt, sich in das Wasser stürzt, wieder auftaucht und auf dem
Felsbrocken knickst, den sie sofort angenommen hat, sich immer wieder in das Wasser stürzt und mit den Flügeln
rudert, ist sie stets sehr vertraut gegenüber den Menschen. Sie macht das
Erlebnis am Wasser deutlich reicher, da sie so wenig scheu ist und
mehrfach im Jahr brütet, ihre Kinderschar spazieren führt, aber auch den
Winter über bei uns bleibt.
Weiße
Bachstelze - Motacilla alba
„Kiek, der Wippsteert ist wieder da” sagen sie im Norden, aber auch im
Süden freuen sich alle, wenn die Weiße Bachstelze zurückkehrt, denn sie
ist der sicherste Frühlingsbote, der schon Anfang März zurückkehrt.
Lustig zwitschernd sitzt sie auf dem Dach des Geräteschuppens, in dessen
Gebälk sie auch ihr Nest baute. Allgemein liebt sie die Nähe der
Menschen. Sie lebt längst nicht mehr am Bach, sondern auch in naturnahen
Gärten, weit lieber aber dort, wo sie am Rande eines Gewässers ihre
Beute jagen kann. Oder sie sitzt auf einem Stein mitten im Wasser, auf
einem Stängel oder Ast und startet
von hier aus geschickt zum Jagdflug nach fliegenden Insekten. Am
Gartenteich geht es ihr gut, und da bringt sie es leicht auf zwei Bruten
im Jahr. Bis zur Zugzeit im Oktober hält die Familie treu
zusammen, und einzelne bleiben auch hier, denn sie kann sich an offenen Gewässern immer Genießbares beschaffen.
Muscheln
Sammelt man sie nicht im Sommerurlaub am Strand? Doch nein, auch unser Bäche
und Flüsse bergen Muscheln, sogar Perlmuscheln und die Seen und Teiche
erst recht. Die Teichmuschel kann eine recht ansehnliche Größe
erreichen, und sie bekommen wir auch am einfachsten. Einige große
Muscheln ausgesetzt, und der Rest passiert von alleine, denn dass Enten an
ihrem Gefieder Muschelbrut einschleppen, oder Fische an Kiemen, ist im
Gartenteich etwas langwierig. Die männliche Muschel vertraut ihre Samen
dem Wasser an und der vom
Weibchen hervorgerufene Wasserstrom erfasst ihn und führt ihn in die
Geschlechtsöffnung im Inneren der Schale. Da nun jede einzelne
Teichmuschel 400.000 Eier hervorbringt, ist mit Nachwuchs zu rechnen. Doch
sind die Larven auf die Ammendienste der Fische angewiesen und auf
sauberes reines Wasser. Für diese Ammendienste revanchieren sich die
Fische, denn der Bitterling, eben jener kleine Fisch, der wieder dem
Eisvogel so gut schmeckt, senkt seinerseits seine Legeröhre in die Schale
der Muschel und legt die etwa 3 mm großen länglichen Eier in ihre
Kiemen. Dort wachsen sie gut
geschützt heran, sind aber keine Schmarotzer, sondern leben von ihrem
Dottersack. So greifen auch im kleinen Gartenteich die ökologischen Verknüpfungen
harmonisch ineinander, und es beglückt ein Stück heile Welt zu schaffen.
Schnecke
und Krebs
Sollen die Algen nicht überhand nehmen, braucht ein Gewässer Schnecken,
die sie vertilgen. Dabei kann es sein, dass der Krebs mit der Schere nach
ihnen greift und dass sie sich gar nicht schneckenhaft flugs in ihr hartes
Haus zurückziehen, das auch die Schere nicht knacken kann. Beide,
Schnecke und Krebs hat die Natur in eine starre Hülle gesteckt, aber dem
Krebs wird es irgendwann darin eng,
er sprengt sein Kleid ab, schlüpft heraus und wird eine Weile warten müssen,
bis aus dem weichen Butterkrebs wieder ein gut geschützter im starren
Krebspanzer wird. Derweilen muss er sich verstecken. Die verschiedenen
Arten der Schnecken, Schlammschnecke, Posthornschnecke und
Sumpfdeckelschnecke hingegen bauen ihr Häuschen immer vorne ein Stück
an, so dass sie immer größer werden. Manche, wie die Schlammschnecke
steigen zum Atemholen nachts an die Oberfläche, wobei durch den
Unterschied des Luftdrucks ein Knall entstehen kann.
Schnecken
Wie die Schnecken eigentlich in den Gartenteich gekommen sind, bleibt
immer ein Rätsel. Möglicherweise haben wir sie mit Pflanzenarten
eingeschleppt. Gibt es in der Umgebung eigene Lebensräume, wandern die
Schnecken zu. Mancher von uns glaubt das nicht, aber auch er hat Recht.
Anhaftend an Federn
der Wasservögel oder unsichtbar im Plankton sind sie als Larven
eingezogen. Fast alle diese Schnecken sind Zwischenwirte für irgendwelche
Parasiten, die höherstehenden Arten das Leben schwer machen.
Ein
großer Bluffer ist der Saugwurm Leucochloridium, der erst in den im Schilf lebenden
Bernsteinschnecken, später in Singvögeln schmarotzt. In der Schnecke wächst
er sich in einen unregelmäßigen
Keimschlauch aus, der sich bis in einen Fühler erstreckt und mit
pumpenden Bewegungen auf dem Kopf
der Schnecke sich pulsierend bewegt. Das drollige Ding auf dem Kopf wollen
nun die Vögel fressen. Wenn sie das nun machen, haben sie mit einem Schlag 300-400 Saugwurmlarven im Magen. Umgekehrt findet die Schnecke den Vogelkot hinreißend und
infiziert sich ihrerseits.
Die
Posthornschnecke wiederum, fungiert auch als Zwischenwirt für den
Leberegel bei Schafen und Rindern. Darum streut die Landwirtschaft
Brandkalk auf die Wiesen um diese schönen Schnecken auszurotten. Im
Gartenteich hat sie noch eine Heimstatt. Wir brauchen uns vor ihr nicht zu
fürchten, denn wir werden in keiner Weise von den Parasiten tangiert.
Wasssertiger-Gelbrandkäfer
- Ditiscus marginalis
Unter den Kaulquappen können die Wassertiger ganz schön aufräumen, aber
das ist der Lauf der Natur. Nicht nur die Libellenlarven
sind da am Werk. Es lauert auch die Larve des riesigen Gelbrandkäfers.
Wie ein langgezogenes Fragezeichen hängt sie Kopf abwärts am
Wasserspiegel. Das ist ihre Atemstellung, denn die Atemlöcher sind am
Hinterleib. Das ist zugleich ihre Lauerstellung, denn sie hat immer
Bereitschaftsdienst und geht sofort in Angriffsstellung über, aber sie lässt
ihr Opfer nahe herankommen, krallt sich dann in das überfallene Tier und
lähmt es mit ihrem Gift, das zugleich ein Verdauungssekret ist, mit dem
sie das Fleisch auflöst und einsaugt. Gelbrandkäferlarven scheinen von einer
wahren Lust am Töten beseelt, denn sie sind auch Kannibalen
untereinander. So gefräßig sie auch sind, können sie auch im Notfall
wochenlang, bei niedriger Temperatur monatelang hungern. So ist ihre
Entwicklungszeit verschieden. Finden können wir sie zwischen April und
September. Gelbrandkäfer sind ein interessantes Studienobjekt, das in
jedem Falle von selber kommt und brummend aus dem Himmel im Gartenteich landet um Eier zu legen.
Europäische
Sumpfschildkröte - Emys
orbicularis
Die
verschiedenen Arten der im Handel angebotenen Schildkröten haben im
Gartenteich nichts zu suchen. Es sind Exoten aus verschiedenen Ländern,
die das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören und aus jedem Teich sofort entfernt werden müssen, weil sie der Tod allen Lebens
sind.
Die
Europäische Sumpfschildkröte hingegen darf nicht gehandelt werden, und
wir dürfen sie auch nicht der Natur entnehmen. Dennoch kommt sie,
besonders in den neuen Bundesländern noch da oder dort
in Auwaldtümpeln und Waldweihern
vor, und da sie recht aktiv ist, kann sie sich in günstigen Fällen von
selber ansiedeln. Frisch geschlüpft sind sie 2 cm groß und
wachsen bis auf 20 cm heran.
Stehende
Gewässer mit schlammigem Grund liebt sie, besonders, wenn sie Gelegenheit
findet, sich auf einem schwimmenden Baumstamm zu sonnen. Bei Gefahr taucht
sie schnell und nahezu geräuschlos blitzschnell im Wasser unter, wo sie
lange abgetaucht verharrt. Sie lebt im wesentlichen von tierischer
Nahrung, kleinen Fischen, Fröschen, Würmern und Krebsen. Sie ist
vor allem früh morgens oder gegen Abend aktiv.
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