Gartenteich:
Berg-Unken
einen neuen Teich gebaut
von Wolfgang Alexander Bajohr
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Man kann sich vorstellen, dass sie in der Zeit des Hexenwahns Grauen erregten. Doch sie sind harmlos, oder für den, der sie fressen will, allenfalls ungenießbar, und das signalisiert schon die orangefarbene Unterseite. Zu ihrer weiteren Verwandtschaft gehören alle uns bekannten Krötenarten, zur entfernteren auch Frösche und Molche. Alle sind sie Amphibien, deren Kaulquappen sich im Wasser verwandeln. Mit nur 4-5 cm ist die Bergunke wesentlich kleiner als alle unsere Kröten. Ihr urtümliches Aussehen mit den weit vorstehenden Augen erinnert daran, dass diese kleinen Drachen die Urgeschichte des Lebens bis heute begleiten. Relativ spät im Jahr, wenn alles längst aufgetaut ist, ziehen sie in ihre Laichgewässer, und keiner weiß genau woher sie kommen oder wohin sie verschwinden. Da gibt es immer noch einiges zu erforschen. Teils graben sie sich im Waldboden ein. Zum Teil überwintern sie aber wohl auch im Schlamm der Gewässer unterhalb der Frost-Linie. Liegen sie rufend in einer schlammigen Pfütze, so ragen nur die Augen über den Wasserspiegel, dass es Mühe macht die Tierchen zu entdecken, obwohl sie gerne im Chor rufen. Zur Laichzeit aber bevorzugt sie diese schlammigen Pfützen und Fahrspuren auf den Waldwegen. Das gehört zu Ihrer Überlebens-Strategie. Wenn immer es geht, besiedelt sie nur die neu entstehenden Gewässer auf Rohboden. Die bewohnen sie bevorzugt darum, weil es dort keine Fressfeinde gibt. Das war für Albert Soyer, vom Landesbund für Vogelschutz, wieder einmal das Signal, eigenhändig ein neues Laichgewässer im Buchendorfer Wald zu schaffen. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn als erste zieht die Unke ein. Ihr zuliebe hat auch die Stadt Starnberg einige Tausender locker gemacht, damit im Hanfelder Wald weitere Unkentümpel vom LBV geschaffen werden können. Ihre bräunlichgraue, olivgrüne Körperoberseite ist warzig. Jede Warze hat eine Pore, in der - besonders bei den Männchen - ein winziger Stachel steckt. Daher fühlen sie sich rauh an. Ihre Bauchseite ist glatt und auffällig rotorange mit schwarz gefleckt. Ein marmorierter Bauch von seltener Schönheit und Farbenpracht, bei jedem Tier mit eigenem individuellen und unverwechselbarem Muster. Liegen die Unken im Flachwasser der Pfützen, ist ihre Tarnung perfekt. Sie sind dann nur mit Mühe zu sehen, denn nur die Augen ragen über die Wasseroberfläche. Meist versammeln sich an diesen Laichplätzen einige Männchen und singen im Chor ihr leises "ung, ung, ung" in die stille Nacht. Besonders in kühlen Jahren kann diese Chorversammlung bis weit in den Sommer hinein dauern. Tagsüber sind sie zwar zu sehen, wenn sie still im Wasser hängen, aber selten zu hören, und da ihnen die Schallblase fehlt, ist es ein sehr dezenter Glocken-Gesang in der Nacht. Nicht annähernd so laut wie das Singen der Wasserfrösche oder das Gebrüll der Laubfrösche. Jedes der balzenden Männchen hat ein kreisrundes Revier von etwa 0,5 - 0,75 m Durchmesser. Unkenliebe
erwacht mehrmals im Jahr So hatte neben unserer
Berghütte in den Eisenwurzer Alpen ein von der Forstverwaltung
aufgestauter kleiner Bach, der bei Gewitter donnernd zu Tal schoss und in
das Laichgewässer gischtete, zwar Lebensraum versprochen, aber auch
Unruhe gebracht. An solchen
Tagen waren die Bergunken und ihre Kaulquappen sichtlich verbiestert. Da
haben sie sich auf den Grund des etwa 1 m tiefen Gewässers zurückgezogen.
Doch sobald die Sonne durchgebrochen ist, waren alle schlagartig wieder am
Rand, die Wärme zu suchen. In West- und Süddeutschland
leben Bergunken vor allem in den Alpen und im
Alpenvorland. In verschiedenen Unterarten in ganz Europa mit
Ausnahme des Nordens und Südens. Dort
lebt eine Verwandte, die Rotbauch- oder Tieflandunke. |