Ammersee-Süd: Schneeammer, einst zählte sie zu den Pest- und Sterbevögeln
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Vogel des Jahres zu werden, hat 1999 nur die Goldammer geschafft. Sie ist aber nur eine der 12 in Europa heimischen Ammerarten. Für den Landesbund für Vogelschutz wurde sie zum Symbol dafür, dass heute schon Allerweltsarten vom Aussterben bedroht sind, wenn man ihnen den Lebensraum wegnimmt. Nicht anders als der Goldammer ergeht es von den 12 jenen 5 Arten, die in Deutschland brüten. Sie sind ganz heimlich still und leise einfach so selten geworden, dass sie verschwunden sind. Unter so dramatischen |
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In manchen Jahren tritt sie vereinzelt auf, in anderen aber massenhaft. Das hat die Menschen in früheren Jahrhunderten zu viel Phantasie angeregt, und so sind diese Vögel zusammen mit anderen gefiederten Wintergästen im 16. Jahrhundert zu den Pest- und Sterbevögeln gezählt worden. Wenn sie hier erscheinen, da sind sie meist nicht selten, sondern stets sind es einige Hundert, ja bis zu einigen Tausend. Solche großen Ansammlungen sind aber keine feste Einheit. Die Stärke oder Dicke der Vogelschwärme wechselt dann fast täglich in der Gesamtzahl, bei gemischten Schwärmen aber auch in der Artenzusammensetzung. Die verschiedenen Lebensansprüche provozieren bei den unterschiedlichen Arten zuweilen Probleme. So möchten die Goldammer gerne in jungen Nadelwäldern übernachten. Schneeammern aber lieben das flache Land. Sie kommen ja auch aus der baumlosen Tundra weit nördlich des Polarkreises. Dort, woher sie kommen, kennt man nur 4 Jahreszeiten und spricht im Scherz darüber: Juni, Juli, August und Winter. |
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Sie fliegen in Bogenlinien, wenn es ein kurzer Flug ist, oder wenn sie einander abwechselnd - mal laufend, dann wieder flatternd - voraneilen. Immer ist ein Teil des Vogelschwarms beim Laufen und ein anderer beim Fliegen, und das wechselt sich behände ab. Sie sind sehr muntere und bewegliche Vögel, die immer vergnügt wirken. Ihre dabei dauernd vorgetragenen Rufe klingen wie „fiet, fiet“ oder es ist ein hoher scharfer, klarer, schriller Zwitschergesang, der ein wenig an das Jubeln der Feldlerche in der Luft erinnert. Doch anders als jene, singen sie nicht im Flug, sondern sie tragen das Lied fast immer von einem Stein aus vor. Oder sie sitzen singend auf einem Schnee- oder Eisbrocken. Schneeammern sind Vögel der Kälte, und so brüten sie nie bei uns, sondern fliegen immer wieder in ihre kalten Brutgebiete zurück. Wolfgang Alexander Bajohr |