Aktuelles: Der
Wald gehört uns! – Denn Eigentümer des Staatswaldes ist das Volk
Wir
fordern darum: Freiheit für den Wald, damit der nicht mehr wirtschaftlich sein
muss!!!
Von Wolfgang Alexander Bajohr
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Seit Menschengedenken ist Wald bei uns ein Ort besonderer Heiligkeit. Nicht erst seit es Deutschland gibt – auch schon vorher war dieser Wald immer der Sitz aller guten Geister, der Götter und ihrer Feen. Viele Menschen in Schwarzort auf der Kurischen Nehrung beschreiben diese Hüter des Waldes mit ihren geschnitzten Eichenholz-Skulpturen. Schon immer war dieser Wald auch die Heimat vieler Wildtiere, nicht nur der Rehe, Gämsen und Hirsche, sondern besonders auch aller |
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Spechte und vieler anderer Tiere, und niemand hätte es gewagt Wald und Wild auseinander zu dividieren. Weil in einem richtigen Naturwald alles eine harmonische Einheit ist. Viele Generationen von Literaten und Poeten haben ihn besungen, mit Tiefensinn und Gefühlen möbliert. Maler haben seine unverfälschte Schönheit dargestellt. Die wiederum wird entscheidend bestimmt vom romantischen Blick dieser Maler. Bei uns anderen gilt aber auch der Glaube an Schönheit, Vollendung und Harmonie, denn keiner von uns denkt bei einem Bürgerwald an Ökonomie. Sie wiederum war für mich einst als Manager in der Wirtschaft Berufsalltag. Ich weiß also sehr wohl was man sich bei diesem Wort zu denken hat, und was man bei einem Wald tunlichst unterlassen sollte. Die Arbeit im Marketing hat auch meinen Blick geschult und ihn kritisch untersuchen lassen, wo gnadenlos Ökologie als Tarnung für Ökonomie herhalten muss. Die Erkenntnisse der Marktforschung wissen das Gute oder Böse ganz klar zu trennen. Das hat meinen Blick geschärft und lässt mich ehrlicher Weise auch empfinden wo die Ehrfurcht vor dem Schöpfer dem Ansehen des Waldes gerecht wird. Diese Ehrfurcht aber hat der Großvater, ein begnadeter Waldmaler, in mir schon in ganz jungen Jahren geweckt. Der Plan zur Forstreform ist keineswegs so zu verdammen, wie das heute zuweilen geschieht, denn wenn der Staat, der wir nun einmal selber sind, endlich einmal Geld sparen anstatt verschwenden will, dann sollte man ihn daran eigentlich nicht hindern. Viele große private Forstbetriebe führen uns vor, dass man auch mit einem Bruchteil heutigen Personals auskommen könnte, ohne dem Wald hierdurch zu schaden. Etwas ganz anderes ist die Sache mit dem Bürgerwald. Er ist das, was unser Volk will. Mit seinem Anspruch auf Erholungswald fordert der Bürger nach dem Waldfunktionsplan zugleich reine Luft und unbelastetes Wasser. Das alles aber bekommt er bei uns bislang aus jedem Wald kostenlos, denn wir bezahlen nicht nur in unserem Staatswald, sondern auch für den Kommunal- und Körperschaftswald für diese Dienstleistungen nichts und auch sonst für den Wald keinen Eintritt. |
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Dabei ist es dem Volk völlig gleichgültig, ob die mit der Forstwirtschaft verbundene Form ökonomischer Naturnutzung wirtschaftlich ist oder nicht. Doch eines ist sicher, dass es dem Volk keineswegs gleichgültig ist, was da im Walde an Bäumen und Sträuchern oder Tieren atmet, fliegt oder herumspringt. Denn zum Naturerlebnis Wald gehört für sie unteilbar alles, was im Walde lebt. |
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Als Käfer und Schmetterling ebenso wie als kleiner Beutegreifer oder Vögel, die den Wald als Lebensraum brauchen, wie zum Beispiel die verschiedenen Arten der Spechte. Aber auch die sogenannten Konkurrenten wie Fuchs und Luchs, Wildkatze oder Bär, Wiesel, Hermelin Dachs oder Iltis. Wo es sie nicht mehr gibt, ist der ganze Wald krank. Er ist sogar sterbenskrank, krank auf den Tod. Das zeigen nicht nur die erbärmlich anmutende Schilderungen im Waldzustandsbericht. Doch ist dieser Zustand nicht nur das Ergebnis jener gasförmigen Emissionen aus unseren Fahrzeugen, sondern sein instabiler Zustand geht auch von Standorteinflüssen aus und von Standortbedingungen, die ihm nicht zusagen und die er immer schwerer ertragen kann, und unter denen das ganze Ökosystem leidet. Was
dem Wald und seinen Tieren zusetzt, ist auch die Erhöhung der Gesamtzahl
aller Baumstämme, die im Försterwald auf einem Hektar heran wachsen.
Denn dass sie enger stehen, hat den einzigen Zweck, dass man sehr viel
mehr Geld damit zu verdienen glaubt als im Naturwald. Das alles bewirkt,
dass dieser Wald Klimaschwankungen immer schwerer ertragen kann, selbst
wenn sie nur gering sind. Die Deutschen wissen es längst ganz genau, dass
unverfälschter Naturwald von Gott kommt, jener aber, der uns Kummer
macht, nach ihrer Meinung vom Förster. Der Altersklassenwald Tausender
gleich alter Bäume, die unnatürliche Nutzungsform des Kahlschlags und
die Monokultur, die da gleich reihenweise steht und nur für eine einzige
Baumart Platz findet, für die Fichte. Das aber ist genau genommen
eigentlich gar kein Wald, sondern eine Papierholz-Plantage. |
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„Wald
vor Wild“ ist ein Ablenkmanöver aber noch lange keine Gegenoffensive! Wir
wollen nicht höhnisch mit dem nackten Finger auf die heutigen Förster
zeigen, denn deren heutige Generation kann nichts dafür, und wir brauchen
sie außerdem als die Fachleute für den Bürgerwald von morgen. Die
kritischen Worte gelten zumeist früheren Förstergenerationen, die jenen
Försterwald gepflanzt haben, der vielen heute nicht mehr gefällt. Doch
wollen wir auch sie nicht rügen, weil sie es nicht besser gewusst haben. Der
Staatswald wäre allerdings heute schon rentabel, hätte nicht irgendwann
die Verwaltung ein Eignleben begonnen. Diese in manchen
Ressorts überbesetzte Verwaltung taucht in der gemischten
Kalkulation wieder auf und bringt es auf einen Personalkosten-Anteil von
runden 50 %. Die muss der Wald verdienen. Dem deutschen Förster Gerechtigkeit widerfahren zu lassen heißt nicht, die Sünden der Vergangenheit zuzudecken, den Verlust des Ur- und Naturwaldes zu akzeptieren. Der Bürgerwald von morgen, den wir uns vorstellen, soll wieder ein Gotteshaus im Walde sein, wie ein gotischer Dom im Dämmerlicht, wo mächtige Säulen gen Himmel streben oder geborsten am Boden liegen, sich kreuzend zu winden als Wildnis vor uns Menschenzwergen. Nur dort, wo das Licht nach dem Sturz alter Riesen durchbricht, und die Sonne eindringt, sich vielfältige Schatten lösen, streben dann die jungen Bäume den wärmenden Strahlen entgegen, aus dem Vergehen ihrer Vorgänger wachsend, wenn die zu Humus zerfallen. In die Stimme dieser Wildnis mengen sich dann die Stimmen der Spechte, die trillern oder quäken, lachen oder langgezogen rufen, und durch die Stille dröhnt dann vielleicht der lang gezogene Schrei eines Hirsches, dass es widerhallt in den heiligen Hallen. |
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Doch dem Hirsch geht es nicht anders als dem Förster, er ist in freier Wildbahn eingesperrt in sogenannte Kerngebiete und wird reduziert. Auch er braucht eine neue Organisation, die ihm erlaubt überall dort zu leben wo es ihm zusagt. Gelingt das nicht, dann ist diese Art zum genetischen Tode verurteilt. Im Kulturwald der Privatwaldbesitzer, wie er die Regel ist und aus der Beratung hervorging, dominiert eine Waldform, die von Fachleuten keiner als Wald ansieht. Zuweilen wurde dieser Wald auch gegen den Rat der Berater gepflanzt. Ohnehin hat sich nur 1/3 der Waldbesitzer beraten lassen, obwohl das kostenlos war. |
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Das war wohl schon ein Kardinalfehler,
denn 2/3 wurden gar nicht beraten und sie pflanzten dennoch meist nur
Fichten. Denn will man einen Wald vernichten, dann pflanzt man Fichten,
nichts als Fichten. Diese Aufforstungen nannte man Kultur, obwohl es eine
Unkultur war. Es wuchsen im Eiltempo Bäume, die, unreif noch geerntet
wurden, unreif unter der Säge endend im Kahlschlagbetrieb gleichzeitig
fielen. Auf diesen Kahlschlagflächen aber mästete sich das Wild und
dessen Zahl nahm kräftig zu. Heute geht ein Sturm der Entrüstung durch
den Wald, weil diese Beratung eingespart werden soll, denn der Oberste
Rechnungshof hat festgestellt, dass hier 50 Mio. Euro für eine oftmals
sinnlose Beratung zum Fenster hinausgeworfen werden. Wenn man diese
Beratung einspart, wird mancher den Staat dazu beglückwünschen. Sicher
gibt es auch Private, die ihren Wald sich selber überlassen haben und
sich über ihren privaten kleinen Urwald freuen. |
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Ob ein Wald Gewinn bringen muss, ist eine Frage, für die es im Staatswald keine Lösung gibt. Solange man nur von der schwarzen Null spricht, mag es angehen, meist ist allerdings der Wald tief in den roten Zahlen und er bleibt nur darum am Leben, weil den Einschlag jetzt Lohnunternehmer aus den Nachbarländern machen. Die arbeiten mit ihren Großmaschinen im Akkord. Sie sind heute schon im Einsatz und klopfen auch die letzten Altholzbestände herunter, die oftmals älter sind als jene 250 Jahre Forstwirtschaft. Zeit um zu schauen, ob der Baum, den sie wegholen, nicht eine Schwarzspechthöhle beherbergt, die haben sie natürlich nicht, und sicher sind mehr Spechte zusammen mit ihren Höhlen beim Fällen erschlagen worden als bekannt geworden ist. |
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Eine
schnelle Lösung: der Bürgerwald! Vom Eichelhäher und vom lieben Gott |
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Vom Eichelhäher,,, |
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Dabei ist es völlig gleichgültig ob Förster und Jäger das Schalenwild vorher reduzieren oder auch nicht. Die Natur braucht den jagenden Menschen eigentlich nicht, auch Beutegreifer regulieren die Tiere kaum, und dennoch wächst auf einmal dort ein Wald. Ein Wirtschaftswald ist das freilich nicht, wohl aber ein gegen Erosion schützender Wald, in den die großen Pflanzenfresser erst ihre Schneisen hineinbeißen müssen. Denn sie schaffen sich im Naturwald ihren Lebensraum selbst, sofern kein Zaun sie daran hindert. Zäune aber kosten Geld. Geld kostet es auch, Wald zu pflanzen. Nur der Eichelhäher kostet nichts. Ein
Wald der von selber kommt, alleine durch natürlich Sukzession, ist ein
Naturwald, der durchaus auch ein Wirtschaftswald werden könnte. So wie es
derzeit läuft, wäre aber wohl noch für Generationen die Fichte der häufigste
Baum dort. Ganz einfach weil die Samenbäume rundum Fichten sind. Dann gilt nur noch eines auf das Ziel hinarbeiten, dass alle Altersklassen aller Baumarten im Wald vorhanden sind. Je vielfältiger die Artenzahl der Bäume, desto stabiler wird dieser Wald sein, aber auch wirtschaftlich. Doch gehört Sachkunde dazu, diesen neuen Wald zu schaffen, der als Naturwald ein stabiler Wald sein würde, der genügend Äsung für Wildtiere enthält ohne dass man Wald vor Wild fordern muss, weil getrost Wald und Wild ihr Lebensrecht haben. Die Weißtanne befestigt den Boden und Laubhölzer liefern Mast. Die Einseitigkeit von Erntegelüsten besessener Ökonomen könnte man getrost vergessen. Sie aber sind Störenfriede, die unter dem Deckmantel von Ökologie ihre Ansprüche anmelden und Ökonomen sind. Denn hier könnten anspruchsvolle Wildtierarten wieder leben und vor allem Rotwild könnte artgerecht dort existieren, wo es nicht in einem Fleckerlteppich von viel zu kleinen Rotwildgebieten vegetieren muss, sondern sich einstellt, wo es sich wohlfühlt. Mancher Privatforst demonstriert das heute schon. Er schafft das, obwohl er mit nur 1/5 des Personalstandes auskommt wie der Staatsforst. Auf Fütterung muss der Jäger freilich verzichten, denn soviel ist sicher, dass die Entscheidende Wende zur Explosion der Wildbestände 1935 begründet wurde, als Fütterung Pflicht wurde und fast alles Wild zum Sozialhilfeempfänger machte. Es bewirkte aber auch eine Explosion der Wildbestände, insbesondere beim Reh. Wenn Rehe und Gams auf mehr als 2000 m Höhe bis dahin ungestört überwintert haben, wurden sie nun herabgelockt in die Täler, wo die Wildfütterungen zumeist in unmittelbarer Nähe der wertvollsten Baumbestände entstanden waren. Wirtschaftswald statt Naturwald auf einer Seite und künstlich erhöhte Wildbestände, denen auch kein Beutegreifer mehr nachstellen durfte, haben das biologische Gleichgewicht durcheinandergebracht und trotz scharfer Bejagung dafür gesorgt, dass Wild immer häufiger wurde und Schaden machte, den es im Naturwald nicht gab. Bevorzugt verbissen wurden jene Bäumchen, die aus der Forstbaumschule kamen und besonders in den Gipfeltrieben die durch Aufdüngen enthaltene Phosphorsäure anlagerten. Auf die hatten die Rehe es abgesehen. Auch
scharfe Bejagung bewirkte nur eines: eine Verjüngung des weiblichen
Bestandes. Junge Mütter aber haben mehr Milch und bringen mehr Jungtiere
durch den Winter. All das hat zusammengewirkt den Bestand zu erhöhen. Vor
allem das Rehwild wurde immer häufiger, obwohl die Jäger immer mehr
geschossene haben. Der Bürgerwald von morgen braucht
wieder Förster – aber nicht Maschinen |